Hypnose - na, das kennt doch wirklich ein jeder. Jeder weiß, der Hypnotiseur fixiert einen mit den Augen, oder man muß auf ein Pendel schauen oder einen Punkt an der Decke fixieren und irgendwie wird man dann willenlos und der Hypnotiseur kann einen dann ganz einfach umprogrammieren und für seine Zwecke mißbrauchen.

Das kennt man schließlich aus diversen Schwarzweißfilmen vom Anfang des 20. Jahrhunderts. (Boris Karlov läßt grüssen).
Oder die Hypnoseszene aus dem Dschungelbuch.
Und "Raumschiff Orion" (Raumpatrouille) darf ebenfalls nicht fehlen. Das hieß damals nur anders, nämlich "Telenose" und hatte was mit Maschinen und Fernübertragung zu tun.
Neuerdings gibt es auch noch "The Mentalist", wo derselbe erfolgreich die NLP-Variante der Hypnose verwendet, um die Bösen oder zumindest die Verdächtigen zu manipulieren.

Und zu guter Letzt hat jeder schon mal Hypnoseshows live oder im Fernsehen gesehen, wo ansonsten vernünftige Menschen sich plötzlich zum Affen machen und alles tun, was ihnen der Show-Hypnotiseur vorschlägt.

Was ist denn nun Hypnose wirklich? Fast nichts von dem oben Gesagten stimmt.
Ok, die NLP-Hypnose gibt es so ähnlich, die Hypnose-Shows auch.
Aber sonst stimmt herzlich wenig. Zum Beispiel ist man nicht so manipulierbar, wie man es sich vorstellt oder befürchtet. Die unterschiedlichen Bewußtseinsstufen haben jeweils eigene Schutzmechanismen, die eine Hypnose auch mal abbrechen können, wenn es "zu gefährlich" wird (oder es den Anschein hat).

Aber versuchen wir mal, das Ganze systematisch anzugehen.

Unter dem Begriff Hypnose versteht man
  • einen besonderen, trance-ähnlichen Bewußtseinszustand
  • eine Methode, einen solchen zu erreichen
  • eine Behandlungsmethode auf dieser Basis (auch "Hypnotherapie" genannt)
Es gibt also eine hypnotische Trance, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Hypnotisanden (diejenigen, "mit denen" man eine Hypnose "macht") eher entspannt bis schläfrig wirken (daher auch der Begriff Hypnose: Altgriechisch heißt "hypnos" nämlich "Schlaf"). Im Gegensatz dazu gibt es auch eine "aktive" Trance, zum Beispiel die eines Marathon-Läufers oder eines japanischen Zen-Bogenschützen - diese Trance ist natürlich hier nicht gemeint. Dann gibt es verschiedene Methoden, eine hypnotische Trance zu erreichen. Da gibt es einmal die klassische Hypnose mit unterschiedlichen Induktionen (Arten, die Hypnose einzuleiten) und sonstigen Arbeitsweisen.
Zum zweiten gibt es die anscheinend vor allem in psychologischen Kreisen bevorzugten Methoden nach Milton Erickson, die für meine Arbeit jedoch keine Rolle spielen. (Mehr darüber hier).
Ich bin Anwender einer klassischen Hypnosetechnik mit einer bewährten Induktion, z.B. nach Dave Elman, so daß eine ausreichende Hypnosetiefe erreicht werden kann, und, falls nicht, daß man diesen Umstand auch erkennt und therapeutisch darauf reagieren kann.

Aus praktischen Gründen wollen wir alles, was zwischen der Hypnose-Einleitung (Induktion) und der Beendigung der Hypnose (Exduktion) stattfindet, als Hypnose-Behandlung bezeichnen.
Die einfachste Hypnose-Behandlung ist ... nichts ! Das nennt man dann auch Leerhypnose und die ist in der ganzen Geschichte der Hypnose von den Griechen über Franz Anton Mesmer bis in die Jetztzeit immer wieder verwendet worden.
Ok, man kann sagen, die Griechen mit ihrem "Tempelschlaf" und der Mesmer als Hypnose-Pionier wußten es einfach nicht besser - das stimmt zwar, aber aus heutiger Sicht ist klar, daß schon die Leerhypnose als Entspannungsverfahren eine heilende Wirkung besitzt.
Will man eine stärkere, spezifische Reaktion erzeugen, z.B. bei einer Raucherentwöhnung, so muß man mindestens mit direkten Suggestionen arbeiten. Diese sollten natürlich posthypnotisch sein, also nach dem Ende der eigentlichen Hypnose weiterwirken.
Das kann man sich ein bißchen wie eine Hypnose-Show vorstellen, nur ohne Show, und mit einer anderen Zielsetzung. Man gibt dem Klienten vor, um wieviel besser man ohne Rauchen dran ist.
Das funktioniert bis zu einem bestimmten Grad.

Wenn es nicht funktioniert, kann dies auf bestehende seelische Blockaden oder Ängste beim Klienten oder auf frühere Ereignisse hindeuten, die dafür sorgen, daß es dem Klienten unterbewußt als Vorteil erscheint, wenn sich nichts ändert.

In diesem Fall reichen direkte Suggestionen nicht mehr, und man muß Verfahren anwenden, die zur Psychotherapie zählen oder zumindest im Grenzbereich dazu angesiedelt sind, wie z.B. die Altersregression.
Darunter versteht man eine bestimmte Methode: Man führt quasi den Klienten in seiner Lebensgeschichte zurück, damit er sich Ereignisse oder Situationen "ansehen" kann, die Auslöser oder Verstärker des gegenwärtigen Problemes sein können.

An dieser Stelle muß unbedingt noch erwähnt werden, daß an diesem Punkt nicht jeder Hypnotiseur weiterarbeiten darf. Wenn solche Methoden angewendet werden sollen oder der Klient an einem Thema mit eventuellem Krankheitswert arbeiten möchte, bedarf es der staatlichen Zulassung zur Psychotherapie. Diese Erlaubnis haben Psychiater, Ärzte mit Zusatzausbildung, "normale" Heilpraktiker und "Heilpraktiker für Psychotherapie".

Viele fragen sich, ob sie überhaupt hypnotisierbar sind.
Dazu gibt es im Wesentlichen zwei Meinungen. Die eine besagt, daß nur etwa 30 % aller Menschen so hypnotisierbar sind, daß sie eine ausreichende Hypnosetiefe erreichen - meiner Meinung nach eher unwahrscheinlich.
Die andere geht davon aus, daß fast alle Menschen von normaler Intelligenz hypnotisierbar sind, ein höheres Maß an Vorstellungsvermögen ist dabei eher förderlich.
Wenn die innere Zustimmung zur "Führung" durch den Hypnotiseur gegeben ist und keine Ängste, etwa bezüglich eines vermuteten Kontrollverlustes vorherrschen, sollte eine Hypnose kein Problem sein.

Natürlich gibt es auch bei der Hypnotisierbarkeit eine Tagesform. Wenn man zu aufgekratzt oder zu erschöpft ist, so kann dies der Hypnotisierbarkeit abträglich sein.

Aber ja doch! Natürlich! Und zwar im besten Sinn!
Manipulare kommt aus dem Lateinischen und bedeutet nichts anderes als "an der Hand führen" - so wie man das bei kleinen Kindern macht.

Auf den erwachsenen Klienten umgemünzt heißt das, der Hypnotiseur bzw. Hypnotherapeut manipuliert, indem er die Aufgaben eines Lotsen oder Fahrlehrers wahrnimmt und den Klienten sanft per Hypnose "an die Hand nimmt".
Es ist schließlich ja auch die Hauptaufgabe des Beraters oder Hypnotiseurs, dem Klienten weiter zu helfen, nachdem wahrscheinlich viele andere Versuche der Problemlösung bereits fehlgeschlagen sind.

Beispiele für mögliche Hypnose-Anwendungen sind:

Ängste allgemein, Flugangst, Prüfungsangst, Phobien, Depressionen, psychosomatische / psychoimmunologische Krankheiten bzw. Störungen (Fibromyalgie, Herpes, Neurodermitis, Allergien), Stottern, Migräne, Eßstörungen, Schlafstörungen, ADS / ADHS, Burnout-Syndrom, traumatische Erlebnisse, Reduktion von Stress, Erreichen persönlicher Ziele, Raucher-Entwöhnung, Verhaltensänderungen, Abnehmen, Lösung von Blockaden, Entspannungstraining, Konzentrationssteigerung, positiveres Denken und vieles mehr!

Sollte ihr Thema bzw. Anliegen hier nicht genannt sein, fragen Sie mich!

Nicht angewendet werden sollte die Hypnose bei

schweren Angststörungen, frei flottierender Angst, schwerer oder endogener Depression, schweren Zwangsstörungen, Psychosen jeder Art, Persönlichkeitsstörungen, neurologischen oder Anfallserkrankungen (z.B. Epilepsie), stoffgebundenen Suchterkrankungen (nur begleitend in späteren Behandlungsstadien möglich), niedrigem Blutdruck, Herzerkrankungen, kürzlich erlittenem Herzinfarkt oder Schlaganfall, Erkrankungen des Zentralnervensystems, Thrombosen.

Auch diesbezüglich stehe ich gerne für weitere, noch offene Fragen zur Verfügung! Sie erreichen mich mobil unter 0163-697 59 53, im Festnetz (in meiner Praxis in Augsburg) unter 0821/60 70 287 und per E-mail unter Fragen@HypnoseAugsburg.de.